Hyperactive Kid sind drei Musiker aus Berlin, Philipp Gropper am Tenor-saxophon, Ronny Graupe an der siebensaitigen Gitarre und Christian Lillinger am Schlagzeug. Die Musiker verzichten auf ein Bassinstrument und gehen somit einen unkonventionellen Weg innerhalb der modernen Musik. Seit 2003 verschmelzen sie so Jazz mit Rock, Drum & Bass und Neuer Musik. Themen und Improvisationen verbinden sich zu einem malerisch, kraftvollem Spiel. Es gibt keine Rhythmusgruppe und keine Solisten. Alle sind alles. Urplötzlich werden Stimmungen über Bord geworfen und ebenso überraschend wieder zurück ins Boot geholt.
Besetzung:
Philipp Gropper (Saxophon)
Ronny Graupe (Gitarre)
Christian Lillinger (Schlagzeug)
10. MärManila Jazzfestival, Manila, PH
11. MärManila Jazzfestival, Manila, PH
15. MärTBA, Palermo, IT
16. MärTBA, Palermo, IT
18. MärTBA, Rom, IT
19. MärTBA, Rom, IT
20. MärKino Babylon, Berlin, DE
27. MärGuten Morgen Eberswalde, Eberswalde, DE
29. MaiELBJAZZ Festival, Hamburg, DE
1. JulJazzfestival Ljubljana, Ljubljana, SI
3. JulParis Jazz Fest, Paris, FR
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Audio-CD. Aufgenommen Februar 2007, Dietrich Petzold, Tonus Arcus, Berlin.
Käuflich zu erwerben via: |
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Audio-CD. Aufgenommen Oktober 2005, AudioCue Studio, Berlin.
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Audio-CD. Aufgenommen Oktober 2004, A-Trane Studio, Berlin.
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Vielleicht war man aber auch bloß schon zu sehr verwöhnt vom Auftritt der ersten Band dieses Abends, Hyperactive Kid. Was sich ein wenig nach trendiger Teeniegroup anhört, ist in Wahrheit eine der innovativsten und brillantesten Formationen des zeitgenössischen Jazz. Das basslose Trio mit dem Gitarristen Ronny Graupe, dem Saxofonisten Philipp Gropper und Christian Lillinger am Schlagzeug behauptet - anders als Panzerballett - nicht bloß, neue Wege zu gehen. Auch die drei Berliner arbeiten mit musikalischer Dekonstruktion, doch ihre Ansatz geht weitaus tiefer, indem sie nicht nur mit Haltungen spielen, sondern an die Substanz der Musik selbst gehen. Zeitstrukturen werden hier mittels raffinierter kompositorischer Verfahren auf den Kopf gestellt, Improvisationen nehmen Anlauf und stocken, beißen sich fest in einem Akkord, finden einen anderen Weg. Töne und Geräusche werden verflochten wie in der neuen Musik, bekannte Muster leuchten kurz auf, vieles klingt bekannt und ist doch ganz anders. Die atemberaubende technische Virtuosität der drei Musiker, die ihr Jazzeinmaleins allesamt verinnerlicht haben, geht dabei völlig auf in einer Dichte des Zusammenspiels, wie man sie nur von wenig langjährig bestehenden Formationen kennt. Schön jedenfalls, dass die Stuttgarter Opus GmbH, die alljährlich im Sommer die Jazz open veranstaltet, dieses kleine Festival dazu genutzt hat, auch mal Bands einzuladen, die jenseits des Mainstream schwimmen.
Wie bei allen guten Musikern reicht einmal hören nicht aus, um alle musikalischen Bewegungen, Interplays, Tonfolgen und das außergewöhnliche Konzept in Komposition und Weiterführung zu erkennen. Was fällt auf? Extrem enges Zusammenspiel, die Band atmet zusammen. In den Soli hört man die unerwarteten Phrasen, Noten, Articulations, Dynamics, und nichts anderes ist eine wahre Improvisation. Diese drei Musiker spielen auf höchstem Niveau des Jazz. Alle ausgestattet mit großer Musikalität und Instrumentenbehandlung und einer Vision vom Sound, von Komposition und Improvisation. Das ist Musik von heute. Der Zuhörer lässt sich auf eine Reise ins eigene Innere ein, weil eben jene jungen Musiker eine Tiefe haben. Also unbedingt mehrmals hören, man entdeckt immer wieder neue Zusammenhänge, Musik für Bauch und Geist. (Ibiza, Februar 2008)
Achtung, in diesem Porträt der Berliner Band Hyperactive Kid kommt schon im ersten Satz das Wort Freejazz vor. Unbedingt trotzdem weiterlesen. Es lohnt sich. Retro-Trends gibt es, seit es Musik gibt. Dass drei junge Musiker den Freejazz wiederentdecken und in höchst konstruktiv, kunstvoll und auch hörbar lustvoll weiterentwickeln, ist eigentlich ein unerwarteter Retro-Trend. In Zeiten, wo alles von Career Development und Networking spricht, denken sie nicht an Gigs und Plattenverträge, sondern einfach an neue, kompromisslose Musik. Was sich zunächst so frei anhört, ist in Wirklichkeit von allen drei beteiligten Komponisten durchdacht und wird im Konzert auswendig gespielt (und selbstverständlich auch adhoc manches „dazu komponiert“, also improvisiert). Komponist Philipp Gropper spielt Tenor- und Sopransaxophon und beweist bei den suitenartigen Kompositionen von überdurchschnittlicher Länge einen wahrlich langen Atem. Auf einen Bass verzichtet das Trio. Komponist Ronny Graupe spielt dafür eine siebensaitige Gitarre. Und der dritte Komponist, Christian Lillinger, spinnt am Schlagzeug virtuos die Fäden. Sein früherer Lehrer Günter „Baby“ Sommer gab ihm ein Empfehlungsschreiben mit, aus dem das folgende Zitat stammt: „Scheinbare Strukturlosigkeit verwandelt sich schnell in ein raffiniertes Kompositionsprinzip. In scheinbarer Absichtslosigkeit werden wir in ein Spannungsfeld gezogen, aus dem wir beim Zuhören nicht entkommen können. Diese Musik verlangt einen aktiven Hörer, der seinen Verstand nicht mit dem Mantel an der Garderobe abgibt.“ Sommers Einschätzung kann man vielleicht noch ergänzen: Hyperactive Kid pflegt keinen puristischen Intellektualismus. Neben dem Vergnügen am klugen Zusammenspiel produziert das Trio auch Ausdrucksmusik vom Feinsten: Aggression, Liebe, Trauer, Freude, Verträumtheit – alle erdenklichen emotionalen Zustände werden in ihren Werken durchlebt. Eine Entdeckung.
Hyperactive Kid sind drei junge Musiker – Philipp Gropper, Ronny Graupe und Christian Lillinger – die zu einer überzeugenden Form des Zusammenspiels gefunden haben. Es ist erfreulich , wie locker, einfallsreich und unbefangen diese drei Musiker mit den Ausdrucksformen des modernen Jazz umzugehen verstehen. Improvisierte und komponierte Teile werden mit überzeugender Sicherheit verbunden. Tempofreie und intensive Kollektivimprovisationen werden wie selbstverständlich der Faszination eines zyklischen Rhythmus gegenübergestellt und zu einem großen Ganzen verbunden. Es ist eine große Freude, diese Musik zu hören. Der Hörer wird daran erinnert, dass der Jazz mittlerweile nicht nur eine bedeutende Historie und große Tradition hat, sondern auch eine junge lebendige, sich ständig erneuernde Weltmusik geblieben ist. Dazu sind Philipp Gropper, Ronny Graupe und Christian Lillinger mit ihrer Musik der Beweis. (Berlin, Oktober 2007)
(...) ‘Hyperactive Kid‘ aus Berlin - Philipp Gropper (Tenorsaxofon), Ronny Graupe (Gitarre), Christian Lillinger (Schlagzeug) - scheuten nicht das Harsche, mochten das Abstrakte und schöpften doch aus dem Melodischen. Das Trio war intern glänzend abgestimmt, jeder Hakenschlag setzte den nächsten in Bewegung, und überhaupt: Sound, Stile und Spieltrieb rotierten permanent in alle Richtungen. (...)
Was soll man dazu sagen, wenn man schon so vieles super fand? Philipp Gropper (sax), Ronny Graupe (g) und Christian Lillinger (dr) sind sensationell (das Wort habe ich hier noch nie verwendet) gut. Das ist einstudierte freie Improvisation. Die Jungs gehören auf internationale Festivals. Was die da vorbereitet und rübergebracht haben (Virtuosität, Musikalität und Perfektion), begeistert den bewundernden Fan und den staunenden Fachmann.
Drei vorzüglich ausgebildete Musiker, voll spielerischer Leidenschaft. Permanent wechselte der Gestus der Musik. Drei Instrumentalisten im Spiel und Widerspiel. Polyrhythmik, niemals Vierviertelterror, keine blinde Virtuosität - lebendige, sinnlich packende Musik.
Meine Eindrücke beim ersten Hören dieses Trios. In scheinbarer Beiläufigkeit wird hier ein Netzwerk von hoher Interaktion gestrickt. Scheinbare Strukturlosigkeit verwandelt sich schnell in ein raffiniertes Kompositionsprinzip. Scheinbare Abgeklärtheit wechselt schlagartig zu höchster Intensität. In scheinbarer Absichtslosigkeit werden wir in ein Spannungsfeld gezogen, aus dem wir beim Zuhören nicht entkommen, es sei denn, wir verlassen das musikalische Aktionsfeld. Diese Musik verlangt einen aktiven Zuhörer, der seinen Verstand nicht mit dem Mantel an der Garderobe abgibt. Das Trio Gropper, Graupe, Lillinger ist eine Bereicherung für die neue junge Szene und ein Glücksfall für den, der es live erleben kann. (Dresden, Februar 2005)
Glänzender Festivalauftakt: Hyperactive Kid eröffnete Jazz on a Summers Night am Samstagabend Open Air Zu Ende – das hieß am Samstagabend noch lange nicht vorbei. Denn nach dem Willen des Publikums hätte die Band „Hyperactive Kid“ noch viel länger spielen sollen. (...) Eindrucksvoll bewiesen Philipp Gropper am Tenorsaxophon, Ronny Gaupe an der Gitarre und Christian Lilinger am Schlagzeug, dass sie klasse sind und viel besser als der vermeitliche Ruf ebendieser Generation. Keine drögen Standards, sondern pulsierende und komplizierte Eigenkompositionen brachten sie mit nach Greifswald. Ihre Stücke zeugten von einfühlsamem Jazz, der auf neuen Bahnen wandelt. (...) Mit ihren Instrumenten malten sie die zerbrechlichsten Nebellandschaften und legten ebenso mit ihrem leidenschaftlich-hitzigen Spiel ein ganz ursprüngliches Temperament an den Tag. Welch mitreißende Frische! (Greifswald, 2. August 2004)
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Künstler: FUSK Hyperactive Kid Party Of Five Philm QUARTz SONNE Spoom Umlaut Urlaub |
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